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Brief aus Straßburg / Brüssel

Brexit und die Landwirtschaft

18. Februar 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Ende Januar war es soweit: Großbritannien hat die Europäische Union verlassen. Nach wie vor herrscht große Unsicherheit darüber, wie es nun weitergeht – auch in der Landwirtschaft. Denn eins ist klar: Wie sich die Handelsbeziehungen weiter entwickeln, hängt entscheidend von den künftigen Zollregelungen ab.

Die Briten sind ein wichtiger Agrarhandelspartner Deutschlands. 2017 exportierte Deutschland landwirtschaftliche Erzeugnisse im Wert von 4,8 Milliarden Euro in das Vereinigte Königreich, während die Importe 1,6 Milliarden Euro betrugen. Das machte für Deutschland einen Überschuss von ca. 3,2 Milliarden Euro – so hoch wie mit keinem anderen Land.

Aktuell ist zu erwarten, dass die deutsche Agrarproduktion als Folge des Brexit um insgesamt 190 Millionen Euro zurückgehen wird. Die längerfristigen Auswirkungen auf die europäische und deutsche Landwirtschaft sind weiterhin nicht abzusehen. Hier gilt es zunächst, die Rahmenbedingungen des abzuschließenden Handelsabkommens abzuwarten. Aus Sicht der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind die Ausgestaltung der Lebensmittelstandards sowie der Veterinär- und Zollbestimmungen von entscheidender Bedeutung. Was aber am wichtigsten ist: Mit solch einem Abkommen dürfen nicht die in der EU geltenden hohen Qualitätsstandards bei der Lebensmittelproduktion aufgeweicht werden. Dafür werde ich mich in meiner Position als Agrar- und Ernährungspolitikerin einsetzen!

Die Schwerpunkt-Themen bei der Plenarsitzung vom 10. bis 13. Februar 2020 waren:

  • Debatte zum EU-Haushalt vor entscheidendem Gipfeltreffen
  • Abstimmung über Freihandelsabkommen EU-Vietnam
  • Künftige Beziehungen zum Vereinigten Königreich: Position des EP
  • Künstliche Intelligenz sicher und neutral anwenden
  • Gleichstellung von Männern und Frauen in der EU
  • Christine Lagarde zur zukünftigen Politik der Europäischen Zentralbank
  • Antisemitismus, Rassismus und Hass in der EU bekämpfen
  • Weibliche Genitalverstümmelung weltweit abschaffen
  • Rechtsstaatlichkeit in Polen: Veränderungen dringend nötig
  • Illegalen Handel mit Katzen und Hunden stoppen
  • Behandlung von Flüchtlingen an EU-Außengrenze: Abgeordnete fordern Antworten

Viel Spaß beim Lesen!