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Brief aus Straßburg / Brüssel

EU-Gipfel und EU-Agrarrat

03. August 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

 

die Verhandlungen der Europäischen Staats- und Regierungschefs unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft sind beendet. Noch nie gab es so ein großes Verhandlungspaket, das nach fünf langen Arbeitstagen und Nächten zum Abschluss gekommen ist. Die Mitgliedstaaten sind damit ihrer Verantwortung gerecht geworden. Ein Scheitern wäre politisch kaum darstellbar gewesen! Es bleiben aber Fragen offen, wie zum Thema Rechtsstaatlichkeit.

Aber auch für unsere Landwirte sind Fragen offengeblieben. In der Sitzung des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI) stellte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die Eckpunkte der deutschen EU-Ratspräsidentschaft vor und stand den Abgeordneten Rede und Antwort. Wir reden zwar viel über ‚Farm‘, aber weniger über ‚Fork‘. Dabei müssen wir die Debatte umgekehrt führen und das System neu denken! Ein umgekehrtes Systemdenken – also vom Teller auf den Hof – kann dazu beitragen, jeden Einzelnen für eine gesündere Ernährung in unseren Versorgungsketten zu motivieren und zu aktivieren. Wir dürfen die Verantwortung nicht nur auf unsere Landwirte abwälzen, indem wir sie mit immer höheren Auflagen gängeln.

Wir sollten die kommenden Monate der EU-Ratspräsidentschaft dazu nutzen, um zur Modernisierung der geltenden Richtlinien beizutragen und um den wissenschaftlichen Fortschritt sowie Innovationen zu fördern. Den bürokratischen Aufwand zu reduzieren, haben schon Viele versprochen! Julia Klöckner könnte hier jetzt ein Denkmal setzen. Wir müssen es schaffen, gerade unseren jungen Landwirten Zukunftsperspektiven zu vermitteln und den Glauben an die europäische Politik zu stärken.

Ich wünsche Ihnen eine schöne und erholsame Sommerzeit.

Viel Spaß bei der Lektüre!

Mit freundlichen Grüßen