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Marlene Mortler Momentaufnahme

Gastbeitrag zum Thema "Wolf" – von Daniela Scharrer

22. April 2021

Die Natur holt sich irgendwann zurück, was ihr gehört – so in letzter Zeit die Wölfe - sie streifen aktuell immer häufiger durch Terrain, das vor etlichen Zeiten noch ihres war. So stieg die Zahl der Wölfe in Deutschland bis 2021 auf ca. 1800, wobei sich der Wolfsbestand alle drei bis vier Jahre verdoppeln soll. Einerseits freuen wir uns darüber, wieder ein Stück Wildnis vor der Haustüre zu haben, andererseits fressen Wölfe nun mal kein Gras und so wird die unkontrollierte Wolfsausbreitung jetzt vielen Tierhalterinnen und Tierhaltern zum Verhängnis.

Der mediale und gesellschaftliche Aufschrei der letzten Wochen ist groß. Wir Landwirtinnen und Landwirte sollen wolfssichere Zäune bauen oder Herdenschutzhunde anschaffen – es würde ja staatlich subventioniert, in Spanien oder den Pyrenäen gehe es doch auch. Ansonsten solle man die Tierhaltung ganz aufgeben, wenn man nicht bereit sei, seine Tiere angemessen zu schützen. Dabei wird jede und jeder plötzlich zum Herdenschutzexperten, der erfahrene und praxisbezogene Blick aus der Sicht der Tierhalterinnen und Tierhaltern, die seit Generationen wirtschaften, zählt wenig, oder gar nichts.

Um alleine den Aufwand für Herdenschutzzäune aufzuschlüsseln, folgendes Beispiel:

Für den Bau eines geförderten „wolfssicheren“ Zaunes muss bis spätestens ein Jahr nach Ausrufung des Wolfsgebietes beim zuständigen Landwirtschaftsamt ein Antrag mit drei Zaunbauangeboten eingereicht werden. Sollte das Vorhaben genehmigt werden, darf ein 1,20m hoher Zaun mit 5 Stahldrähten à 2,5mm, Spannpfosten à 30x30cm je einen Meter in die Erde gerammt, 3 Erdungspfählen und ca. 8000 Volt Spannung (ganzjährig, auch bei Nichtbeweidung) gebaut werden. Doch damit ist es nicht getan – die Antragstellenden sind die folgenden 10 Jahre verpflichtet, den Zaun instandzuhalten und zu pflegen, wie zum Beispiel den ersten, 20 cm über dem Boden angebrachten Draht, permanent auszumähen.

Da wir extensiven Weidetierhalterinnen und -halter hauptsächlich über Umtrieb beweiden, das heißt die Tiere nicht dauerhaft auf einer Weide stehen zu lassen, sondern um den Boden zu schützen und kleinere, landwirtschaftlich schwer nutzbare Flächen zu nutzen, besitzen viele Betriebe auch etliche kleine Parzellen mit unter 0,5 ha. Hierbei kommen teilweise Summen über 150.000 € pro Betrieb zusammen, sonstige Maßnahmen ausgeschlossen.

Offen bleibt jedoch, ob und wie der Zaun in unserer fränkischen Alb mit vorwiegend felsigem Untergrund der Weideflächen überhaupt rein technisch gebaut werden kann, wie tierhaltende Betriebe diese horrenden Summen in Vorleistung bezahlen sollen - Subventionsgelder fließen erfahrungsgemäß eher spät - und ob sich die finanziellen sowie aufwändigen Herdenschutzmaßnahmen jemals im Preis tierischer Lebensmittel widerspiegeln könnten.

Extensive Weidetierhaltung bietet einen enormen Mehrwert. (Hang-)Flächen, die für sonstige Nutzungsarten ungeeignet sind, werden hierdurch ohne maschinellen Aufwand bewirtschaftet und werden so vor Verbuschung geschützt. Das trägt wesentlich zum Erhalt der Artenvielfalt bei und pflegt unsere Kulturlandschaft auf die einfachste Weise. Hinzu kommt, dass die Tiere die meiste Zeit des Jahres auf den Weiden leben und somit immer frisches Gras, genügend Auslauf und ihren natürlichen Lebensraum zur Verfügung haben, wodurch Tierwohl sowie -gesundheit garantiert sind. Ich bin daher der Überzeugung, eine tierfreundlichere, nachhaltigere und umweltfreundlichere Art der tierischen Lebensmittelerzeugung als die extensive Weidehaltung gibt es schlichtweg nicht.

Am meisten beschäftigt mich aber die existentielle Frage unserer heimischen, kleinstrukturierten Landwirtschaft. Wollen wir die noch existierenden Betriebe, die einen ständig zunehmenden Auflagen- und Bürokratieaufwand zu bewältigen haben nun auch noch mit einem Berg an Herdenschutzarbeit und täglicher Angst um ihre Tiere belagern? Die logische Folgerung hieraus wäre nur ein weiteres Höfesterben und der Zuwachs der landwirtschaftlichen Großbetriebe – das sollte am Ende wohl niemandes Absicht sein, so toll wir die Wölfe auch finden mögen.

 

Zur Autorin: Daniela ist 19 Jahre alt, sie lebt und arbeitet auf dem Familienbetrieb in Großengsee, Nürnberger Land. Zusammen mit ihren Eltern und ihrer älteren Schwester betreiben sie ein Wirtshaus mit hauseigener Schlachtung, Metzgerei und zugehöriger Mutterkuhhaltung. Sie ist Bayerns jüngste Gemeinderätin und engagiert sich politisch in der CSU. Ab Oktober studiert sie an der FH Weihenstephan-Triesdorf Landwirtschaft.  

 

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Tag der Hauswirtschaft - Im Gespräch mit Bruno Prass

21. März 2022

Der Nürnberger Bruno Prass hat die Lehre zum Hauswirtschafter mit Bravour abgeschlossen. Anlässlich des Welttags der Hauswirtschaft am 21. März habe ich mit ihm über seine Ausbildung und seine Zukunftspläne gesprochen.

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Helden helfen - Hilfsaktion der Jungen Union

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Die Junge Union unterstützt mit der Aktion "Helden helfen" die Ukrainerinnen und Ukraine im Kampf gegen Putins Armee.

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Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

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1 von 3 Frauen wird Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt. Das dürfen wir nicht stillschweigend hinnehmen!

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Aufgetischt: Politische Gespräche beim „Restekochen“

03. November 2021

Man sagt ja „In der Küche werden die besten Gespräche geführt“. Das traf Ende Oktober auch voll und ganz auf meinen Termin im schönen oberfränkischen Coburg zu. Europe Direct Coburg und die Landfrauen haben zum „kreativen Restekochen“ in die Küche des Amts für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten geladen. Neben dem Kochen habe ich mit meinen Gastgeberinnen, Kreisbäuerin Heidi Bauersachs und Iris Kroon-Lottes von Europe Direct, und unseren Gästen über die aktuelle Situation und die Zukunft der Landwirtschaft sowie die Bedeutung der Lebensmittel und unsere Ernährung gesprochen.

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Praktikum: Ein Blick hinter die Kulissen des Europäischen Parlaments

25. Oktober 2021

Wir als EVP-Fraktion im Europäischen Parlament schreiben wieder Praktika für junge Menschen aus.

Die Bewerbungszeiträume:

  • Bis 15. November 2021 für Praktika in der Praktikumsperiode Februar bis Juni 2022
  • 30. April 2022 bis 15. Mai 2022 für Praktika in der Praktikumsperiode September 2022 bis Januar 2023.
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Von der Bauchentscheidung zum Vorzeigehof – Zu Besuch auf dem Biobauernhof Rotenbauer

20. August 2021

Kalkuliert und durchgerechnet war der Betriebsumbau durch das Landwirtsehepaar Kathrin und Martin Hauser. Letztendlich sei die Entscheidung aber mit dem Bauchgefühl gefallen, erzählte mir Martin Hauser. Und so ist ein tierwohlgerechter Vorzeige-Biobauernhof in Kaltenbuch im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen entstanden – der Rotenbauer-Hof mit Demeter-Zertifizierung.

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Orte des Leidens und der Verbrechen – Verpflichtung zur Menschlichkeit

21. Juli 2021
Der Verein Dokumentationsstätte KZ-Hersbruck lädt  zu einem regional ausgerichteten »Kunstwettbewerb ErinnerungsRÄUME« ein. Die entstehenden Kunstwerke sollen an die Verbrechen des Nationalsozialismus in Hersburck und Umgebung erinnern. Wir müssen uns unserer Geschichte immer wieder bewusstwerden und uns erinnern. Denn nur wer die Vergangenheit kennt, kann Lehren für die Zukunft ziehen und es besser machen.
Gerne mache ich auf das Projekt aufmerksam und lade Sie ein, sich zu informieren und dann die Ausstellung zu besuchen.
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"Herzlichen Glückwunsch zum 70. Geburtstag, lieber Wolfgang Niebling!"

27. Mai 2021

Zu seinem Ehrentag habe ich Wolfgang Niebling, mittelfränkischer Bezirksvorsitzender und dienstältester, stellvertretender Landesverbandpräsident des Bayerischen Soldatenbunds, persönlich gratuliert.

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Zu Besuch beim „Junglandwirt des Jahres“

14. Mai 2021

Landwirt sein ist für ihn nicht einfach ein Job oder eine Tradition, die er als Hofnachfolger weiterführt. Nein, Landwirt sein, ist für Leo Rösel Berufung und Leidenschaft. Das durfte ich bei meinem Besuch auf dem Pilgramshof in Neukirchen im Landkreis Sulzbach-Rosenberg unmittelbar erleben.

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Besonderes Ergebnis in besonderer Atmosphäre

26. April 2021

Nachfolge: Ralph Edelhäuser wurde bei der Delegiertenversammlung mit großer Mehrheit zum Direktkandidaten für den Bundestag gewählt. Um die Corona-Abstände einhalten zu können, fand die Veranstaltung im Feuchter Waldstadion statt.